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22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und zur 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku

Vorbericht

Vorbericht zum 22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und zur 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku

Vom 27.09.2015 bis 04.10.2015 fanden die Turniere im Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und die 1. Europameisterschaft der Gehörlosen-Nationalmannschaften in Baku statt. Hier ein Überblick auf der ICCD-Homepage.

Am Europapokal nahm Halle/Saale und im Wettbewerb der Nationen die Deutsche Nationalmannschaft teil.

Die Ergebnisse werden auf der Homepage des Veranstalters veröffentlicht werden.

Baku – Tag 1-3

22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku
Anreise nach Baku, Eindrücke von Baku, Eröffnungsfeier und Niederlage im Auftaktmatch gegen Ukraine

Die Teilnehmer der DGS-Nationalmannschaft an der 1. Europameisterschaft waren:

1. Michael Gründer (Dresdner Gehörlosen-Sportverein)

2. Annegret Mucha (Dresdner Gehörlosen-Sportverein)

3. Olaf Hoyer (Hamburger Gehörlosen-Sportverein)

4. Alois Kwasny (Hamburger Gehörlosen-Sportverein)

5. Dr. Wolfgang Kössler (Dresdner Gehörlosen-Sportverein)

Der Deutsche Gehörlosen-Mannschaftsmeister aus Halle/Saale entsandte:

1. Mohammed Reza Ghadimi

2. IM Sergey Salov

3. Dieter Jentsch

4. Holger Mende

5. Karl-Heinz Kleemann

Die Anreise der DGS-Nationalmannschaft und der Deutschen Mannschaftsmeister Halle/Saale erfolgte über mehrere Routen von Deutschland nach Baku/Aserbaidschan.

Alois Kwasny reiste bereits am Donnerstagabend, dem 24.09.2015, nach Baku. Nach Ankunft um 5 Uhr Ortszeit wurde er von unserem Ansprechpartner Akif wie verabredet abgeholt.

Von Hannover aus flogen 6, von Berlin 3 und von Leipzig-Halle ebenfalls 3 Personen nach Baku via Wien. So trafen sich 9 Schachsportler mit 3 Begleiterinnen in Wien, um den Weg gemeinsam nach Baku zurückzulegen. Der Flug dauerte noch einmal ca. 4 Stunden. 17 Uhr Ortszeit wurden alle in einem Privatbus abgeholt.

Auf dem 25 Kilometer langen Weg zum Hotel konnte man erahnen, was Baku als eine imposante Weltstadt mit seinen vielen Gebäuden und Olympistätten ausmacht.

Von Freitagabend bis zur Eröffnungsfeier hatten die Sportler Zeit, um die 3 Stunden Zeitunterschied zu verarbeiten. Das Wetter war fast doppelt so warm wie in Deutschland. Es waren fast 30 Grad Celsius. In der Dunkelheit am Abend gab es viele Lichtspiele und gesteuerte Beleuchtungen an der Küstenstadt am Kaspischen Meer zu bewundern.

Am 28. September 2015 ab 11 Uhr fand die Eröffnungsfeier mit 17 Teams (6 Nationalmannschaften der Herren und 5 Damenteams sowie 6 Landesmeister) statt.

Ab 15 Uhr begann die erste Runde und das DGS-Nationalteam musste gegen die bärenstarken Ukrainer spielen. Leider verloren sie den Kampf knapp mit 1,5 zu 2,5 Punkte. Michael, Annegret und Alois erreichten je ein Remis. Der Mannschaftsführer Olaf Hoyer verlor leider die Partien und somit auch den Mannschaftskampf.

Halle/Saale machte es besser und gewann gegen den Landesmeister Alatau aus Kasachstan spielend leicht mit 3 zu 1 Punkten.

Einen Tag später spielte das DGS-Team gegen Kroatien und Halle/Saale gegen Moskau aus Russland.

Einige Fotos sind in der Fotogalerie von Holger, Alois und Olaf zu sehen.

Einige Links zu den Schachturnieren:

Homepage des Veranstalters www.chessclub.az/

Ergebnisse bei Chess-Results.com

Nachrichten bei European Chess Union

Baku – Tag 5

22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku
Tag 5 – 3. Runde: 2 Siege!

Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften:

Am 3. Spieltag trat die DGS-Nationalmannschaft gegen das israelische Gehörlosen-Nationalteam an. Von Anfang an war klar, dass nur eine gute Mannschaftsleistung zum Sieg führt. Dabei hatten die Deutschen im Hinterkopf, dass Michael Gründer am 1. Brett gegen den Großmeister Yehuda Gruenfeld, Elo 2456, wahrscheinlich keine Chancen haben würde. Sie waren dennoch erfolgreich:

Brett 1: Michael Gründer versuchte mit einer seltenen Eröffnungsvariante seinen Gegner aufs Glatteis zu führen. Leider kannte sich der Großmeister etwas besser aus. Also hat Michael an Erfahrungen gewonnen und keinen Punkt für das Team geholt.

Brett 2: Annegret Mucha gewann gegen Tamara Shchebunaev im Endspiel dank gesammelter Punkte in Eröffnung und Mittelspiel.

Brett 3: Olaf Hoyer hatte mit Shaul Shalev weniger Probleme in der Eröffnung. Aufgrund einer optimalen Figurenaufstellung im Mittelspiel gab sein Gegner nach 23 Zügen und einem unabwendbaren Matt auf.

Brett 4: Wolfgang Kössler spielte als letzter und hatte eine undankbare Aufgabe. Denn mit seiner Partie mußte er mindestens einen halben Punkt erreichen, um den Mannschaftssieg zu sichern. Aber da der Gegner auch mit allen Mitteln gewinnen musste, um ein 2-2 Unentschieden zu holen, überzog er die Stellung. Dadurch gewann Wolfgang letztendlich die Partie.

Nach dem 1. Mannschaftssieg stand die Nationalmannschaft nun auf dem 3. Platz. Am nächsten Spieltag sollte sie gegen den Tabellenführer Polen antreten. Der 1. Oktober 2015 war für alle frei und so nahmen die Sportler gemeinsam an Ausflügen teil.

Europapokaltunier:

Da die Nationalmannschaft in ihre Spiele eingespannt war, konnte sie die Hallenser im Kampf gegen den Englischen Meister aus London nicht unterstützen. Olaf Hoyer wohnte dem Endspiel bei und stellte fest, dass die Engländer nicht allzu großen Widerstand geleistet haben.

Brett 1: Mohammad Reza Ghadimi -Christopher Kreuzer 0,5-0.5

Brett 2: Sergej Salov – Neil Dunlop 1-0

Brett 3: Dieter Jentsch – Richard Dunn 1-0

Brett 4: Holger Mende – Barry David 0,5-0,5

Einige Links zu den Schachturnieren:

Homepage des Veranstalters auf www.chessclub.az/

Ergebnisse bei Chess-Results.com : 1.Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften und Europapokal

Nachrichten bei European Chess Union

Baku – Tag 6

22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku
Tag 6 – Ruhetag = Tagesausflug mit Besuch des Worldcup-Finales zwischen Peter Svidler und Sergey Karjakin

Ruhetag in Baku bei den Europäischen Gehörlosen-Schach-Mannschaftsmeisterschaften

Am 6. Tag ihres Aufenthaltes fuhren die Sportler in den Qobustan-Nationalpark und schauten sich im Museum die Felszeichnungen an. Fotos darüber können ebenfalls in der Fotogalerie angesehen werden.

Am Nachmittag fuhren alle zum Fairmont Hotel, in dessen Nordturm, den „Flames Towers“, die 1. Partie im Finalmatch um den Worldcup zwischen Peter Svidler und Sergey Karjakin ausgetragen wurde. Im Spielsaal durften keine Fotos gemacht werden. Es war eine wunderbare Partie, bei der Peter Svidler gewann. Sie kann bei ChessBase nachgespielt werden.

Am Tag darauf wurde die 4. Runde der Gehörlosen Schachspieler ausgetragen. Das DGS-Team musste sich mit dem Tabellenführer aus Polen auseinandersetzen. Im Europapokal spielte der Deutsche Clubmeister aus Halle gegen den Schwedischen Meister S.K.Biskop 97.

Einige Links zu den Schachturnieren

Homepage des Veranstalters auf www.chessclub.az/

Ergebnisse bei Chess-Results.com : 1.Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften und Europapokal

Nachrichten bei European Chess Union

Links zum Worldcup: ChessBase, Chess24 und Baku Worldcup

Baku – Tag 7

22. Europapokal der Gehörlosen-Schach-Landesmeister und 1. Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften in Baku
Tag 7 – vorletzte Runde – ein Sieg, eine Niederlage und Blitzschachturnier

Das DGS-Team verlor die 4. Runde gegen das Polnische Team knapp mit 1,5 zu 2,5 Punkten

In der Besetzung der Bretter 1 bis 4:

Brett 1: Michael spielte eine interessante Partie mit Weiß gegen Mateusz Lapaj, Elo 2133, konnte aber den Sieg nicht herbeiführen. Es kam im Endspiel zum Remis.

Brett 2: Anne musste gegen 2 (!) polnische Sportler spielen. Das ist erlaubt, wenn man gegen einen gehörlosen-blinden Schachspieler antritt und dieser mit Hilfe eines Bedieners die Züge auf dem normalen Schachbrett und dem Blindenschachbrett ausführt. Es fiel auf, dass der Bediener immer mit Zeitverzug die Züge von Marcin Chojnowski auf dem normalen Brett ausführte, während die Schachuhr bereits gedrückt worden war. Dies führte mehrmals zu 10 Sekunden Zeitverlust zum Nachteil von Anne. Die Deutsche Nationalmannschaft hat dagegen nicht protestiert. Es fehlte jedoch auch die Kontrolle eines Schiedsrichters. Anne verlor diese Partie durch Zeitüberschreitung und lange Zeit war ihre Stellung sehr bedenklich.

Brett 3: Olaf Hoyer spielte gegen Tomasz Miozga mit Weiß eine Caro-Kann-Partie. Er hat sich leider für einen falschen und doch etwas zu passiven Plan entschieden. Sein Gegner spielte aktiver und kurz vor dem Endspiel musste er die Waffen strecken.

Brett 4: Alois spielte einen soliden Drachen mit Schwarz gegen Jerzy Marczukiewicz. Im Mittelspiel fand sein Gegner nicht die besten Züge und Alois übernahm die Initiative. Den kleinen Vorteil konnte er stetig ausbauen und gewann im Endspiel mit den beiden Mehrbauern überzeugend.

In der letzten Runde tagsdrauf spielte die Deutsche Mannschaft gegen den Gastgeber Aserbaidschan. Bei einem möglichen Sieg könnte sie sich noch den 4. Platz sichern.

Halle/Saale kurz vor dem Europapokalsieg

Dem vorletzten Kampf der Hallenser Schachfreunde gegen den schwedischen Meister S.K.Biskop 97 konnten die Spieler der Deutschen Nationalmannschaft wieder nicht beiwohnen. Der Deutsche Meister überzeugte jedoch mit dem 4. Sieg in Folge mit 2,5 zu 1,5 Punkte. Dieter verlor trotz Gewinnstellung und Holger kam nach einer verwickelten taktischen Variante erstmal zum Sieg.

Für den 8. Tag würde ein Unentschieden gegen den Gastgeber Baku genügen, um den Europapokal zum ersten Mal für Halle zu gewinnen.

Blitzschachturnier

Am Freitagnachmittag wurde auch ein Blitzschachturnier ausgetragen. Mohammad Reza Ghadimi belegte hinter dem Sieger Oleksii Filippskikh aus der Ukraine den 3. Platz.

Homepage des Veranstalters auf www.chessclub.az/

Ergebnisse bei Chess-Results.com : 1.Europameisterschaft der Gehörlosen Nationalmannschaften und Europapokal

Olaf Hoyer

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