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Isarmetropole – grüne Lungen

Auf die Frage nach unsere nächsten Wochenende-Reise 2011 auf unsere Wochenende-Reise im Spreewald Sept. 2010 entschieden die meisten sich für eine Floßfahrt in München auf der Isar mit einem gehörlosen Floßfahrer, der in Bayern sehr und deutschlandweit doch recht gut bekannt ist: Wastl Angermeier.
Im Oktober ´10 begann das Organisations-Team um Bärbel (Korrespondent + Telefonaten), Regine (Kasse), Michael (Flug) + Christiane (Touren) mit den Vorbereitungen hierzu; nach Meldeschluss kamen wir alle zu einem Sondertreffen im März ´11 im Clubheim zusammen, um ein paar Kleinigkeiten (evtl. Wunschbesichtigungen oder Tipps) zu besprechen.
Die große Gruppe von 27 Personen (11 Mitglieder und 16 Gästen) teilten sich in 4 Gruppen auf, 13 Personen würden am Morgen losfliegen, 2 Personen am frühen Vormittag und 9 Personen nach Feierabend am Abend; 3 Personen waren per Wohnmobil unterwegs und wir würden uns alle dann in München im Hotel treffen.
Gegen Donnerstagmittag war unsere Gruppe mit 13 Personen im Hotel in München angekommen und auch die 3 Gäste – sind per Wohnmobil unterwegs – waren schon da und begrüßten uns. Nach dem Einchecken schlug Christiane der Gruppe vor, durch das Gelände „Theresienwiese“ zu laufen zur Bavaria hin. Zum Glück war es ein sehr sonniges und auch sehr warmes Wetter. Hier trennte sich die Gruppe bereits, Wolfgang, Heinrich (war gesundheitlich angeschlagen), Helga, Bernhard und Regina wollten woanders hin und nicht so weit mitlaufen, jeder wie er es mochte.
Fast gemeinsam gingen wir dann zu Fuß durch das Gelände „Theresienwiese“. Dort konnten wir schon einige Gebäuden und Festzelte für das anstehende Oktoberfest betrachten, die die Arbeiter auf der Wiese aufbauten. Am Rande der Theresienwiese thront die Bavaria, eine rund 20 Meter hohe Bronzestatue, die von König Ludwig I. 1837 in Auftrag gegeben wurde. Im Kopf der weiblichen Symbolgestalt und weltlichen Patronin Bayerns befindet sich eine Aussichtsplattform mit zwei Sitzbänken. Wir stiegen über eine Wendeltreppe im Inneren der Figur bis in den Kopf der Statue auf. Mehrere Sichtluken boten von dort die Sicht über die Theresienwiese und die Stadtviertel von München. Einige aus unserer Gruppe setzten sich probeweise auf die erzgeformten Sitzbänke (reicht für 4 Personen im Raum), im Kopfraum war es leider so schwül wie in einer Sauna. Nicht alle wollten nicht hinaufklettern, sondern lieber kurz auf der Wiese neben der Bavaria sich entspannen.
Neben der Statue steht die Ruhmeshalle; insgesamt 98 Büsten von Persönlichkeiten, die sich um Bayern verdient machten, zieren das Innere der Ruhmeshalle. Dort besichtigten wir die viele Büsten mit bekannten eingravierenden Namen, wie: Sebastian Kneipp, Claus Graf Schenk von Stauffenberg, König Ludwig I. von Bayern, Rudolf Diesel (Motorenerfinder), Werner Heisenberg (Physiker).
Nach der Bavaria-Besichtigung trafen wir im Hotel auf das am Vormittag geflogene Ehepaar Lührs; gemeinsam gingen wir in die Stadtmitte Münchens, um die Ecke des Viktualienmarktes – direkt im Herzen der Altstadt. Unsere große Gruppe teilte sich dann auf, jeder wollte was anderes betrachten und probieren; diese kulinarische Vielfalt auf dem Viktualienmarkt – das weltbekannte Feinschmeckerparadies – welche auf über 140 Ständen angeboten werden. Ein Augen- und Gaumenschmaus. Auch einen Besuch im Honig Häusl – mit über 60 Honigsorten aus 20 Ländern – wollten wir nicht versäumen; einige kauften Erdbeerhonig.
Der warme Sonnenstrahl lockte uns nach draußen an die Biergartenschänke am Viktualienmarkt und wir saßen alle beisammen und tranken erfrischenden Bier. Nach der Rastpause gingen wir am Abend über die Fußgängerzone „Kauffingerstraße“ ins Augustiner Bräuhaus, welches vorher schon reserviert wurde. Dort trafen wir auf die andere Gruppe wieder und genossen gemeinsam die traditionelle bayerische Gemütlichkeit und ließen es uns schmecken. Als unser 1. Gruppe schon im Bett schliefen, kam die 2. Gruppe mit 9 Personen am späten Abend an und gingen auch gleich zu Bett.
Am Freitagmorgen begrüßten wir uns alle dann beim Frühstück im Keller, wo uns ein leckeres Frühstückbüffet erwartete. Vom Hotel gingen wir dann los und fuhren per Metrobus und Tram Richtung Eingang Bavaria-Filmstudio, denn wir hatten eine komplette Filmstudio-Führung mit 4-D-Erlebniskino und Führer gebucht. Am Eingang erwarteten wir dann natürlich die beiden DGS-Dolmetscher Holger Rupprecht (bekannt aus TV) und Tom Exner.
Unsere Gruppe wurde aktiv in die Führung eingebunden, in dem einige aus der Gruppe in der Filmkulisse einige kurze Szenen spielen durften, um eine Gefühl und Ahnung von der Arbeit bei Herstellung eines Filmes bekommen zu können. Der Tourguide (= Tourführer) Jan moderierte während der 90-minütigen Filmstadtführung die einzelnen Stationen, welches dann für uns von den beiden DGS-Dolmis übersetzt wurden.
Wir besuchten zuerst dieses 4-D-ErlebnisKino mit den Spezialeffekten, wie Windböen und Nebel oder sich bewegenden Stuhlreihen. Zu sehen gab es den exklusiv für die Filmstadt produzierten Film „Lissi und die wilde Kaiserfahrt“.
Bei der Führung durch die Filmkulissen erzählte Jan die Geschichte über das „U-Boot“ von Wolfgang Petersen (Regie), teilweise ein trauriges Drama und einige Schauspielern hatten sich sehr ernst verletzten. Das 55 Meter lange U-Boot ist ausgestellt und wir durften ins Innere des U-Bootes und ein eigenartiges Gefühl überkam uns, wie lange man im engeren Raum aushalten musste.
Auch an der Rezeption des Fürstenhofs aus der TV-Serie „Sturm der Liebe“ konnten wir vorbeischauen. Jan zeigte uns eine kurze Szene und Holger Rupprecht übernahm freiwillig eine Rolle als Portier an der Rezeption, eine kurze Szene wurde gedreht. Wir konnten dabei beobachten, wie die Kommunikation-Technik und gleichzeitig der Filmdreh aufgenommen wurden. Währenddessen hatte Tom Exner für uns gedolmetscht. Das war sehr interessant, es mal live erlebt zu haben!
Uns lockte auch der weiße Drache Fuchur aus „Die unendliche Geschichte“. Auch die Originaldrehorte beliebter Fernseh- und Kinohits machten den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns. Zum Schluss das “Bullyversum“, das seit Juni 2011 mit im Angebot ist und sich dem Schaffen und den Figuren Michael „Bully“ Herbig widmet.
Nach der Tramfahrt zur Stadtmitte gingen wir zu Fuß (auf Empfehlung von Holger R.) am Bayerische Regierungsgebäude vorbei und betrachteten ihn. Weiter über die Isarbrücke bis wir den Eisbach erreichten. Dort gab es Sportfreizeit für erfahrene Surfer: Surf-Action auf der Eisbachwelle. Von der Brücke aus bewunderten wir die City-Surfer mit ihren vorführten Kunststücke.
Danach spazierten wir über 1 Std. durch den sommerlichen „Englischen Garten“
viele sportliche Aktivitäten wie Surfen, Paddeln, Joggen, Fahrradfahren können da durchgeführt werden, aber auch ein entspanntes Sonnenbad auf den Wiesen. Endlich machten wir eine Pause im schattigen Biergarten am Chinesischen Turm. Ob Bier oder Brotzeit oder Kaffeezeit- die Münchner Kioske haben so einiges zu bieten.
Danach gingen wir ins historische Zentrum zurück und besuchten den weltbekannten Dallmayr – Kaffee-Feinkost- und Delikatessengeschäft mit 300-jähriger Tradition und wir kauften dort etwas ein. Danach gingen wir zu Fuß gleich zum Platzl, wo das weltberühmte Hofbräuhaus steht, auch hier hatten wir zum Glück im Voraus reserviert. Im Obergeschoss befindet sich ein Festsaal mit einem hohen Gewölbe für etwa 1500 Personen. Unsere komplette Gruppe aßen bayerischen Spezialitäten. Ein anstrengender Tag neigte sich dem Ende zu und am nächsten Morgen dann endlich die Floßfahrt.
Floßfahrt
Der Samstag brach an, wir mussten schon um 7:00 Uhr uns zum Frühstück einfinden; denn der Bus erwartete uns schon um 8:15 Uhr vor dem Neptunbrunnen nähe Hauptbahnhof, welcher vom Reisebüro in München für uns reserviert wurde. Der Bus brachte uns direkt zum Flossgelände in Wolfratshausen und die dortige Reiseleiterin verteilte dann überraschend Bierkrüge, die auf dem Floß zum Trinken benutzt werden und die wir dann zur Erinnerung mitnehmen dürfen.
Dort begrüßte uns der gehörlose Wastl und teilte uns mit, dass er nicht mitfahren könnte. Dafür übernahm sein hörender Zwillingsbruder mit hörenden Teilnehmern uns. Wastl erzählte uns, dass seit der Gründung – fast 40 Jahre – der Flößerei Angermeier zum erstenmal Gehörlose und Hörende gemeinsam eine Floßfahrt machten.
An Bord des Floßes erwartete – eigentlich nicht für uns – sondern für die Hörenden bereits eine flotte Musik-Band. Gegen 9:30 Uhr legten wir vom Flossgelände ab. Das Wetter war sehr warm, den wir gemütlich auf dem Floß genossen. Nur auf Anweisung von Flößern durften wir schwimmen. Endlich ging es los. Nur die „Frauen“ Birgit, Meike A., Christiane, Birgitta und Silvia und bei den “Männern“ Eckhard und Andreas gingen in der kalten Isar schwimmen. Zur Stärkung wurde uns eine Brotzeit (belegte Bratwurstbrötchen + Brezeln + Getränke) gereicht. Wir kamen an die Gastwirtschaft Mühltal, wo wir eine Pause machten. Dort erwartete uns ein bayerisches Mittagessen – Schweinsbraten und Knödeln. Nach 1½-stündiger Pause setzten wir die Fahrt fort und erlebten gleich die erste der drei großen Floßrutschen, mit einer Länge von 365 m und einem Höhenunterschied von 18 m einer des größten Europas!
Gegen 16:00 kamen wir am Floßgelände in Thalkirchen an. Dort wartete bereits der Bus wieder auf uns, um uns nach München zurück zu bringen. Manche hatten sich einen Sonnenbrand geholt, weil im Norden dieses Mal die Sonne nicht so fleißig war.
Wir teilten uns dann auf, einige wollten was ganz anderes machen und andere wollten zurück ins Hotel, es stand uns also ein Teil des Nachmittages zur freien Verfügung. Wir gingen in Richtung Karlsplatz (Stachus) zum Cafehaus und entspannten uns bei Kaffee, Eis und Kuchen. Danach lädt uns der große Brunnen mit seinen vielen Fontänen am heißen Sommertag zum Abkühlen ein. Zu Fuß über Fußgängerzone gingen wir bis zum Hotel zurück. Neben dem Hotel war ein italienisches Restaurant, wo wir uns dann mit einigen anderen – vom Starnberger See zurück – uns trafen; wir aßen und unterhielten uns noch ganz gemütlich auf der Terrasse.
Starnberger See
Nicht alle fuhren mit dem Floß, 5 Personen (Wolfgang, Heinrich, Helga, Bernhard und Regina) setzen sich ab, sie wollten nicht mitfahren (aus gesundheitlichen Gründen), wollten die Reise im Allgemeinen jedoch unbedingt mitmachen.
Diese 5 trafen etwas verspätet zum Frühstück und überlegten dabei, wohin sie wollten.
Wolfgang schlug einen Ausflug zum Starnberger See vor, er und Heinrich fragten den Portier des Hotels wie man am besten hinkommen könnte.
Um 8:45 Uhr ging es dann los mit der U- und S-Bahn Richtung Starnberger See: Immer langsam und gemütlich kamen wir dort endlich an und konnten mit dem Schiff „MS BAYERN“ ca. 3 ½ Std. auf dem Starnberger See herumschippern.
An Bord sprach der Kapitän die Sehenswürdigkeiten an, wir 5 konnten das natürlich nicht hören, wir hatten uns unterhalten und eine ältere Dame bemerkte das, hatte uns gefragt, ob wir nicht hören könnten, denn der Kapitän hatte einiges gesagt und sie war so liebenswürdig und hatte es uns – so gut sie es konnte – erzählt. Über dieses Erlebnis haben wir doch einiges erfahren, dass an der und der Stelle Prominente wohnen oder auch wo der König Ludwig in den See ging. Abends trafen wir im italienischen Restaurant auf die Floßfahrer-Gruppe wieder und unterhielten uns noch lange.
Am Sonntagmorgen trafen wir uns mit der gehörlosen Guide Gerti Wessel um 10:00 Uhr am Treffpunkt der Fischbrunnen am Marienplatz. Gerti W. führte und erzählte uns über die Stadtgeschichte München. Wir erlebten bei unserer Altstadtführung: Marienplatz, Peterskirche, Viktualienmarkt, Alter Hof, vorbei an Schuhbeck`s Kochschule, Hofbräuhaus (die berühmteste Bierhalle der Welt), Max-Joseph-Platz, Odeonplatz, Promenadenplatz, vorbei an der Maximilianstrasse (der teuersten Einkaufsstraße Deutschlands) und Frauenkirche. Die 2 Stunden vergingen wie im Flug. Wir bedankten uns bei Gerti für die interessante Stadtführung.
Nach dem Mittagessen im Restaurant “Augustiner am Dom“ – mit Blick auf die Frauenkirche – holten wir unser Gepäck vom Hotel ab und fuhren mit der S-Bahn zum Flughafen. Regine und Christiane checken die Tickets für die Gruppe ein und flogen fast gemeinsam um 17:50 Uhr nach Hamburg zurück.
Ein abwechslungs- und erlebnisreiches Wochenende ging zu Ende, es war anstrengend und doch wunderschön. Das Wetter hatte glücklicherweise mitgespielt und das Organisations-Team prima vorbereitet!

BGS-Team

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